Recherchierte Ratgeber auf Basis von Studien und Herstellerangaben · Werbehinweis: Wir erhalten ggf. Provisionen.So arbeiten wir →

Milchpumpe auf Rezept: Krankenkasse, Apotheke und Mietpumpe

Milchpumpe auf Rezept: wann die Krankenkasse eine Leihpumpe zahlt, wer verordnet, welche Fristen gelten und wie du ohne Rezept in der Apotheke mietest.

Hier erfährst du, wann die Krankenkasse eine Milchpumpe bezahlt, wer das Rezept ausstellt, welche Fristen gelten und was du ohne Rezept tun kannst. Kurz gesagt: Mit Diagnose auf dem Rezept bekommst du eine elektrische Leihpumpe über einen Vertragspartner deiner Kasse [2][5]; Zuzahlung und Dauer regelt jede Kasse etwas anders [2][6]. Stand Oktober 2026, keine Rechtsberatung – frag deine Krankenkasse.

Wann bekommst du eine Milchpumpe auf Rezept?

Wenn es bei dir oder deinem Baby einen medizinischen Grund dafür gibt. Die Diagnose muss auf dem Rezept stehen, damit die Kasse die Leihpumpe übernimmt [1][2][6][4]. Die Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein beschreibt den Zweck als Sicherung der Ernährung mit Muttermilch bei Stillproblemen von Mutter oder Kind [2].

Kassen- und Ärzteinformationen sowie ein Fachbeitrag eines Stillverbands nennen als typische Anlässe zum Beispiel [2][3][4][7]:

  • beim Baby: Frühgeburt, Trinkschwäche oder eine Erkrankung, wegen der es nicht oder nicht ausreichend an der Brust trinken kann
  • bei dir: wunde oder entzündete Brustwarzen, Milchstau oder Brustentzündung, vorübergehend nötige Medikamente, zu viel oder zu wenig Milch

Ob bei dir eine solche Indikation vorliegt, entscheidet deine Ärztin oder dein Arzt. Hast du Fieber oder werden Rötung und Schmerz in der Brust nicht rasch besser, wende dich an deine Ärztin oder Hebamme; mehr dazu in den Ratgebern zu Milchstau und wunden Brustwarzen. Fragen zu Medikamenten in der Stillzeit klärst du mit Ärztin, Apotheke oder Embryotox.

Der Wunsch, nach dem Wiedereinstieg in den Job abzupumpen, ist für sich genommen keine belegte Indikation [1].

Wer stellt das Rezept aus?

Üblicherweise die Frauenarztpraxis [2]. Liegt der Grund beim Baby, kann auch die Kinderärztin oder der Kinderarzt verordnen, und nach der Geburt kann die Klinik im Rahmen des Entlassmanagements ein Rezept ausstellen [2][8][15]. Ein solches Entlassrezept muss als Entlassmanagement gekennzeichnet sein und das Entlassdatum tragen [15]; für die Frist gilt eine eigene Regel (siehe Ablauf unten).

Das Rezept kann auf dich oder auf dein Kind ausgestellt sein [3][5]. Die KV Schleswig-Holstein nennt grundsätzlich den Namen der Mutter [2], laut BARMER ist dagegen grundsätzlich die Kasse des Kindes zuständig [5].

  • Hausarztpraxis: Laut einem Fachbeitrag eines Stillverbands von 2018 können auch Hausärztinnen und Hausärzte verordnen; die geöffneten Kasseninformationen nennen sie nicht ausdrücklich [7][6]. Das sind nur Hinweise – frag in deiner Praxis nach.
  • Hebamme: Dass Hebammen eine Milchpumpe zulasten der Kasse verordnen können, ist nicht belegt; die Hilfsmittel-Richtlinie nennt sie nicht [9][7]. Der Fachbeitrag nennt Hebammen und Stillberaterinnen als Beratende [7] – sie können mit dir besprechen, ob ein Rezept sinnvoll sein könnte.

Welche Milchpumpe gibt es auf Rezept?

In der Regel eine elektrische Milchpumpe, die du leihst, samt notwendigem Zubehör [2][5]. Die KV Schleswig-Holstein spricht von elektrisch betriebenen Pumpen, die vorrangig leihweise überlassen werden [2]; das Gesetz erlaubt den Kassen ausdrücklich, Hilfsmittel leihweise zu überlassen [12]. Im Hilfsmittelverzeichnis der gesetzlichen Krankenversicherung stehen eigene Positionen für Milchpumpen, für Pumpsets (dort „Absaugsets“) und für Brusthauben [10].

  • Einzel- oder Doppelpumpset: Der Regelfall ist ein Einzelpumpset. Ein Doppelpumpset übernehmen Kassen teils nur mit Begründung auf dem Rezept oder mit Genehmigung, etwa bei Mehrlingen [3][6][11]. Laut Apotheken Umschau übernehmen Kassen in der Regel nur ein Einzelpumpset; ein Doppelpumpset kann dann Mehrkosten verursachen [18].
  • Handpumpe: Die Quellen widersprechen sich. Die IKK-Information nennt auch manuelle Pumpen, das HEK-Merkblatt nur elektrische [8][4]. Frag bei deiner Kasse nach, ob sie eine Handpumpe übernimmt.
  • Kauf: Eine eigene Pumpe auf Rezept zu kaufen, ist in den geöffneten Kassenquellen nicht beschrieben (nicht belegt); dort geht es durchweg um Leihe [2][5][11].
  • Wunschmodell: Einen Anspruch auf einen bestimmten Hersteller oder mehr Ausstattung hast du nicht. Wählst du bewusst mehr als das medizinisch Notwendige, trägst du die Mehrkosten selbst; der Anbieter muss dich vorher informieren und sich das schriftlich bestätigen lassen [5][6].

Welche Pumpen es zum Kaufen gibt, findest du in unserer Kaufberatung für Milchpumpen.

Was kostet eine Milchpumpe auf Rezept?

Die Leihpumpe samt notwendigem Zubehör zahlt deine Kasse; ob du etwas zuzahlst, hängt von deiner Kasse ab [2][6][5]. „Kostenlos“ gilt deshalb nicht pauschal für alle.

Der rechtliche Rahmen: Für Hilfsmittel gilt gesetzlich eine Zuzahlung von 10 Prozent mit einem Mindest- und einem Höchstbetrag [12][13]. Bei Leistungen im Zusammenhang mit der Entbindung gilt diese Zuzahlung nach § 24e SGB V nicht [14]. Ob die Milchpumpe darunter fällt, legen die Kassen unterschiedlich aus:

  • Die meisten geöffneten Kassen- und Ärzteinformationen nennen die Pumpe auf Rezept zuzahlungsfrei, etwa die KV Schleswig-Holstein, die IKK und die Debeka BKK; ebenso ein Fachbeitrag für Apothekenpersonal [2][8][11][3].
  • Die BARMER-Seite ist nicht einheitlich: Sie erwähnt eine gegebenenfalls anfallende gesetzliche Zuzahlung und schreibt zugleich, dass die Spitzenverbände der Kassen keine Zuzahlung vorsehen [5].
  • Die hkk nennt dagegen die übliche gesetzliche Zuzahlung für Hilfsmittel [6].

Frag deshalb bei deiner Kasse oder beim Vertragspartner nach, bevor du die Pumpe abholst. Eine Kaution kann verlangt werden [8][11]. Mehrkosten kommen nur hinzu, wenn du bewusst ein Modell oder Zubehör über das Verordnete hinaus wählst [6][4].

So kommst du vom Rezept zur Pumpe

Rezept mit Diagnose holen, einen Vertragspartner deiner Kasse finden, Pumpe und Pumpset abholen und rechtzeitig ein Folgerezept besorgen [2][3][4][5]. Apotheken und Sanitätshäuser dürfen Hilfsmittel an gesetzlich Versicherte nur auf Grundlage eines Vertrags mit der Kasse abgeben [19]. Frag deshalb vorher nach, ob die Stelle Vertragspartner deiner Kasse ist und eine Pumpe vorrätig hat. Schau vor dem Weg dorthin auch, ob die Diagnose auf dem Rezept steht – ohne sie übernimmt die Kasse die Pumpe nicht [2][6].

Abb. 1 Vom Rezept zur Mietpumpe
  1. Rezept mit Diagnose In der Praxis oder beim Entlassmanagement im Krankenhaus.
  2. Vertragspartner suchen Apotheke oder Sanitätshaus fragen, ob sie mit deiner Kasse abrechnen.
  3. Pumpe abholen Leihpumpe und Pumpset mitnehmen, die Handhabung zeigen lassen.
  4. Rechtzeitig verlängern Vor Ablauf der Mietzeit ein Folgerezept aus der Praxis holen.

Zwei Fristen solltest du nicht verwechseln – beide betreffen den Start der Versorgung, nicht die Mietdauer:

  • Normales Rezept aus der Praxis: Die Versorgung muss innerhalb von 28 Kalendertagen nach Ausstellung beginnen, sonst verliert das Rezept seine Gültigkeit [9][15]. Geht innerhalb der Frist ein Leistungsantrag bei der Kasse ein, ist die Frist gewahrt [9].
  • Entlassrezept aus dem Krankenhaus: Es verliert sieben Kalendertage nach deiner Entlassung seine Gültigkeit, wenn die Versorgung bis dahin nicht begonnen hat [9][16][15]. Hast du die Pumpe rechtzeitig abgeholt, kann die Miete auf dem Entlassrezept bis zu vier Wochen laufen [8][17]. Für die Weiterversorgung danach brauchst du ein Rezept aus der Praxis [9][15].
Weg Wer zahlt Was du bekommst Gut zu wissen
Rezept (Kasse) Kasse, Zuzahlung je nach Kasse [2][6] elektrische Leihpumpe mit Pumpset [5] Diagnose nötig; Start der Versorgung binnen 28 Tagen (Praxis) bzw. 7 Tagen nach Entlassung (Klinik) [9]
Miete ohne Rezept du selbst [3][18] Leihpumpe der Apotheke Mietpreis legt die Apotheke fest, Kaution üblich [18]
Kauf du selbst eigene Pumpe Kaufberatung für Milchpumpen

Wie lange zahlt die Krankenkasse?

So lange die medizinische Notwendigkeit besteht; meist läuft ein Rezept über vier Wochen, danach brauchst du ein Folgerezept [3][6][5][8]. Steht auf dem Rezept keine Mietdauer, gelten laut BARMER und HEK vier Wochen [5][4].

Wie lange insgesamt gezahlt wird, legt jede Kasse selbst fest. Beispiele:

  • KV Schleswig-Holstein: in der Regel bis zu 100 Tage nach der Geburt [2]
  • HEK und BARMER: in der Regel bis zum Ende des sechsten Lebensmonats; verordnet die Praxis mehr als 16 Wochen, prüft die HEK im Einzelfall, und die BARMER verlangt erst für die Versorgung über 16 Wochen hinaus eine vorherige Bewilligung [4][5]
  • Fachpresse: bei Ersatzkassen oft keine feste Obergrenze, bei vielen Primärkassen sechs Monate [3]

Die Angaben passen nicht für jede Kasse zusammen; maßgeblich ist, was deine Kasse sagt. Eine feste gesetzliche Höchstdauer ist nicht belegt. Fällt der medizinische Grund weg, endet die Kostenübernahme; dann gibst du die Pumpe zurück oder leihst sie auf eigene Kosten weiter, wenn die Apotheke das anbietet [3][18].

Milchpumpe ohne Rezept in der Apotheke mieten?

Ja, laut Fachpresse und Apotheken Umschau verleihen Apotheken Milchpumpen auch ohne Rezept auf eigene Rechnung. Die Kosten trägst du dann selbst, den Mietpreis legt die Apotheke fest, und eine Kaution ist üblich [3][18]. Apotheken dürfen Milchpumpen als apothekenübliches Hilfsmittel abgeben [19][10]. Nicht jede Apotheke verleiht – ruf am besten vorher an.

  • Drogeriemärkte wie dm: Für einen Milchpumpen-Verleih in Drogeriemärkten haben wir keinen Beleg gefunden (nicht belegt). Frag direkt in der Filiale oder in deiner Apotheke nach.
  • Privat versichert: In der privaten Krankenversicherung gibt es keinen einheitlichen Hilfsmittelkatalog; was erstattet wird, hängt von deinem Tarif ab [20]. Eine Quelle speziell zu Milchpumpen in der privaten Krankenversicherung haben wir nicht gefunden – frag bei deiner Versicherung nach.
  • Schweiz: Dort übernimmt die Grundversicherung laut Mittel- und Gegenständeliste (MiGeL) mit ärztlicher Verordnung und bei bestimmten Voraussetzungen die Miete einer elektrischen Pumpe für eine begrenzte Zeit [21].

Quellen

  1. Springer S, Berns M, Mildenberger E, Rouw E, von Gartzen A, Weichert S, Abraham K, Hösemann C, Ensenauer R, im Namen der Nationalen Stillkommission. Gewinnung, Aufbewahrung und Umgang mit abgepumpter Muttermilch für das gesunde, eigene Kind zu Hause. Stellungnahme vom 15.03.2024. Max Rubner-Institut.
  2. Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein. Verordnungsinformation Milchpumpen. Stand 02.08.2023.
  3. Noll T. Milchpumpenverleih: Was PTA wissen müssen. PTAheute.de, 01.10.2024.
  4. HEK - Hanseatische Krankenkasse. Merkblatt elektrische Milchpumpen. Stand nicht angegeben.
  5. BARMER. Elektrische Milchpumpen – um Ihr Kind mit Muttermilch zu versorgen (Hilfsmittel A–Z). Seitenstand laut Seite 08.09.2026.
  6. hkk Krankenkasse. Versicherteninformation Milchpumpen (Steckbrief). Stand 08/2024.
  7. Böttcher A (Kinderkrankenschwester, Laktationsberaterin). Pumpenverordnung. STILLZEIT 02/2018, Arbeitsgemeinschaft Freier Stillgruppen e. V. (AFS).
  8. IKK (Absender laut Hotline-Angabe: IKK; Ablage bei IKK Südwest). Versicherteninformation Milchpumpen. Stand nicht angegeben (Dateipfad 2022/01).
  9. Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA). Richtlinie über die Verordnung von Hilfsmitteln in der vertragsärztlichen Versorgung (Hilfsmittel-Richtlinie, HilfsM-RL), zuletzt geändert am 20.02.2025, in Kraft seit 16.05.2025; hier § 6a und § 8 Abs. 2.
  10. GKV-Spitzenverband. Vereinbarung über die Festlegung apothekenüblicher Hilfsmittel gemäß § 126 Abs. 1b SGB V, Anlage 1 (Lesefassung, Stand 01.06.2025).
  11. Debeka BKK. Milchpumpe (Flyer BKK207). 21.06.2021.
  12. § 33 SGB V – Hilfsmittel (Abs. 5 leihweise Überlassung; Abs. 8 Zuzahlung).
  13. § 61 SGB V – Zuzahlungen.
  14. § 24e SGB V - Arznei-, Verband-, Heil- und Hilfsmittel bei Schwangerschaft und Entbindung.
  15. Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB). Entlassmanagement – Verordnung von Hilfsmitteln (SOP). Stand 21.02.2024.
  16. Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA). Beschluss vom 17.12.2015 über eine Änderung der Hilfsmittel-Richtlinie: Verordnung im Rahmen des Entlassmanagements (§ 6a), BAnz AT 23.03.2016 B1.
  17. APOTHEKE ADHOC. Entlassrezept: Milchpumpe für vier Wochen (Apo-Tipp). 10.08.2018.
  18. Adam A, Andrae C. Wie benutzt man eine Milchpumpe? Apotheken Umschau, veröffentlicht 05.01.2015, aktualisiert 26.09.2019.
  19. § 126 Abs. 1 und 1b SGB V – Versorgung durch Vertragspartner; apothekenübliche Hilfsmittel.
  20. Verband der Privaten Krankenversicherung e. V. (PKV-Serviceportal privat-patienten.de). Hilfsmittel. Ohne Datum (© 2026).
  21. Bundesamt für Gesundheit (BAG). Mittel- und Gegenständeliste (MiGeL), Stand 01.07.2026, Position 01.01 Milchpumpen und Ziff. 2.2.
  22. Mutterschutzgesetz (MuSchG 2018) § 7 Freistellung für Untersuchungen und Stillzeit; § 23 Entgelt bei Freistellung.
  23. Nationale Stillkommission (MRI). Stillen und Berufstätigkeit. Aktualisierte Information der Nationalen Stillkommission für Eltern und Arbeitgeber vom 31.08.2023.

Weitere Fragen

Brauche ich eine Milchpumpe schon vor der Geburt?

Eine Leihpumpe auf Rezept gibt es bei einem medizinischen Grund, und der entsteht meist erst nach der Geburt [2][1]. Ob du schon vorher etwas brauchst, besprich am besten mit deiner Hebamme oder einer Stillberatung. Einen Überblick über Pumpen zum Kaufen findest du in unserer Kaufberatung für Milchpumpen.

Gibt es eine Milchpumpe auf Rezept für den Wiedereinstieg in den Job?

Der Wiedereinstieg allein ist keine belegte Indikation für ein Kassenrezept [1]; frag im Zweifel bei deiner Kasse nach. Ohne Rezept kannst du eine Pumpe in der Apotheke auf eigene Kosten leihen [3][18]. In Deutschland hast du im ersten Jahr nach der Geburt Anspruch auf bezahlte Stillzeiten, die du auch zum Abpumpen nutzen kannst [22][23].

Was mache ich, wenn das Rezept abläuft?

Hol dir vor Ablauf der Mietzeit ein Folgerezept in deiner Praxis und reiche es beim Vertragspartner ein [5][8]. Ein Entlassrezept aus dem Krankenhaus verliert sieben Kalendertage nach der Entlassung seine Gültigkeit, wenn die Versorgung bis dahin nicht begonnen hat [9][15]. Für die Zeit nach einem Entlassrezept brauchst du ein Rezept aus der Praxis.